Materialien zur Informationsfreiheit

Diese Materialien zur Informationsfreiheit bestehen aus Stellungnahmen der Verwaltung, Hinweise auf die Rechtssprechung und Material des Europarates und der Vereinten Nationen.

Stellungnahmen von Ministerien und Verwaltung zur Informationsfreiheit

Informationsfreiheitsgesetze waren und sind in Deutschland nur schwer zu verabschieden und durchzusetzen, obwohl schon mehr als 80 Staaten (u. a. China) solche Gesetze praktizieren in Schweden sogar seit mehr als 200 Jahren. Liegt das am Einfluss der Bürokratie?

Ende 2006 fehlten noch in 8 Bundesländern Informationsfreiheitsgesetze. Am 20.12.07 beschloss Thüringen ein IFG. Am 29.5.08 beschloss der Landtag in Sachsen-Anhalt ein IFG. In Rheinland-Pfalz und Hessen haben Regierungen oder die Landtagsmehrheit versprochen Gesetzentwürfe vorzulegen. Ende 2008 haben damit 11 Bundesländer Informationsfreiheitsgesetze verabschiedet haben.

Am 04.12.2008 fordert die Entschließung der 17. Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten am 3./4. Dezember 2008 in Schwerin: Die neue Konvention des Europarats zur Informationsfreiheit so bald wie möglich unterzeichnen und ratifizieren!

Wie äußern sich deutsche Ministerialbeamte und Bundestagsverwaltung über das Menschenrecht (MR) der Informationsfreiheit (einschließlich des Zugangs zu Dokumenten der öffentlichen Verwaltung) nach Art. 10 der Europäischen Konvention für Menschenrechte und Art. 19 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte?

Im Rahmen von 3 Petitionen (IFG, Menschenrechte und Informationsfreiheit ins Grundgesetz) an den Bundestag und 12 Petitionen 2005 an Landtage wurden 11 Stellungnahmen von Ministerien entgegengenommen, davon 6 durch Nachfrage. Hamburg, Bremen und das Saarland verabschiedeten Informationsfreiheitsgesetze und wurden deshalb nicht nach Stellungnahmen gefragt. Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sendeten die Petition nicht an die Regierung. Auch der Behördliche Datenschutzbeauftragte des Bundestages kommt zu Wort.

Dem Bundesministerium für Justiz wurde am 28. 4. 2007 vorgeschlagen, nach Art. 59 (2) GG in deutsches Rechts transformierte Verträge über Menschenrechte im Internet unter "Bundesrecht" zu publizieren. Das wurde aus Kapazitätsgründen vom Bundesministerium für Justiz abgelehnt. Nur FNA (Fundstellennachweis A) wird aufgenommen schrieb juris. Darin sind völkerrechtliche Verträge nicht enthalten. Auch die Links beim BMJ mussten erst repariert werden.

Der Menschenrechtskommissar des Europarates schlägt am 11.7.07 vor das Deutsche Institut für Menschenrechte mit der Beobachtung der Menschenrechte in Deutschland beauftragen und bei Gesetzesvorhaben als Ratgeber hinzuzuziehen.

Petitionen

Petitionen mit Stellungnahmen, eventuellen Anträgen auf Akteneinsicht und Kommentaren.

Petition Stellungnahme Antrag Mein Kommentar/Anhörung
IFG Bund, 2001 BMI 10.06.02 04.02.03 Anhörung 14.03.05
Menschenrechte Bund 2003 BMI 16.02.04 04.02.03 Im Internet publiziert
Bund, Grundrecht, 2005 BMI 07.02.06: nicht nötig 19.02.06: Begründung für Behandlung
IFG Mecklenburg-Vorpommern, 2005 28.08.05 nicht nötig Kommentar 18.10.06
IFG Rheinland-Pfalz, 2005 17.10.05 nicht nötig Kommentar 01.01.06 und 11.9.07
IFG Thüringen, 2005 24.01.06 nicht nötig Kommentar 15.02.06, Anhörung
IFG Hessen, 2005 20.06.06 nicht nötig Kommentar 02.05.06, Anhörung
Bayern, 2005 7.07.06: 10.1.06 08.06.06 Kommentar 17.11.06
Baden-Württemberg, 2005 26.09.06 11.08.07 Kommentar 10.12.06
IFG Sachsen 2005 14.3.07: 26.1.06 19.01.07 Kommentar 17.11.06
Informationsfreiheit Sachsen-Anhalt 2007 19.04.07   11.04.07: Petition der Regierung zuleiten.
Informationsfreiheit Niedersachsen 2007 17.10.07: abgelehnt    
Menschenrechte verbindlich machen 2007 13.05.08    
Anpassung VIG in Bundesländern 04.06.08    

Das Wort Menschenrecht wird von der Ministerialbürokratie gemieden. Auch auf die Europäische Konvention für Menschenrechte (EKMR, BGBl. 1952 Teil II S. 685 ) mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (Rechtssache Sdruženi Jihoceské Matky gegen Tschechische Republik, Antrag Nr. 19101/03 vom 10. Juli 2006, Rechtssache GERAGUYN KHORHURD PATGAMAVORAKAN AKUMB v. ARMENIA: Antrag Nr. 11721/04 vom 11. April 2006 und am 14.4.2009 im Urteil Nr. 37374/05 by TÁRSASÁG A SZABADSÁGJOGOKÉRT ./. Hungary) und des Internationaler Paktes über bürgerliche und politische Rechte (IPbürgR, BGBl. 1973 II S. 1534) wird nicht eingegangen. Allenfalls wird vereinzelt erwähnt, dass Empfehlungen [Rec (2002)2] nicht bindend sind.

Akteneinsicht gemäß Informationsfreiheitsgesetz und Umweltinformationsgesetz

Antrag Antwort Bemerkung
09.02.06 Auswärtiges Amt 03.3.06: Rechnung € 15: Kostenpflicht Preis ging herunter von € 107 für 4 Kopien auf € 15
04.03.06: Einspruch Kostenfestsetzung AA 21.4.06: Dem Einspruch wird stattgegeben Angebliche Kostenpflicht war also nur erdichtet
16.05.06: Wie viel Uran ist im Mineralwasser? Auskunft Sozialministerium Sachsen-Anhalt Verwaltungsgericht Magdeburg Az. 5 A383/05 MD
02.12.06: Bundeskanzler VIG 02.01.07: Der Bundespräsident zuständig. Der Bundespräsident ist als federführende Behörde zuständig.
02.01.07: Bundespräsident VIG 09.01.2007: Brief vom 8.12.06 Keine begründete Ablehnung der Einsicht in Briefe vom 30.11. und 4.12.06.
10.03.07 Nebentätigkeiten Bundestagspräsident 12.04.07: Veröffentlichung abgelehnt 19.4.07: Widerspruch wird am 15.5.07 abgelehnt, aber EMRK und IPbürgR erwähnt.
20.05.07: Anfrage beim BfDI 03.07.07, 15.10.07 Anfrage bei  Bundestagsverwaltung. 03.01.08: BfDI teilt die Meinung des Bundestagspräsidenten nicht. Der BfDI muss Menschenrechte erst lernen. BfDI teilt die Meinung des Bundestagspräsidenten nicht.
01.06.07: Klage beim Verwaltungsgericht Berlin 10.07.07, 27.8.07, 28.8.07 an Einzelrichter BVerfG beachten. Antrag Akteneinsicht in Trondheim. Wird Verwaltungsgericht die Bindung an Recht und Gesetz durchsetzen? Nein.
30.11.08: VERFASSUNGSBESCHWERDE Veröffentlichung der Nebentätigkeiten von Abgeordneten gemäß 2 BvE 1/06 Justizverwaltungsahngelegenheit 8.1.09, Antrag auf richterliche Entscheidung. Beschwerde abgelehnt.  

 

Rechtssprechung: Sammlungen von Gerichtsentscheidungen

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit:  http://www.bfdi.bund.de/cln_030/nn_672870/IFG/Rechtsprechung/Rechtsprechung__node.html__nnn=true

Die Landesbeauftragte für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg: http://www.lda.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=106511&template=allgemein_lda

Internetseite von UmweltinfoService: http://www.umweltinfoservice.de/seite63.htm

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 14.4.2009 im Urteil Nr. 37374/05 by TÁRSASÁG A SZABADSÁGJOGOKÉRT ./. Hungary den Zugang zu Dokumenten der öffentlichen Verwaltung als Menschenrecht anerkannt.

Bundesverfassungsgericht zur Veröffentlichung von Nebentätigkeiten von Bundestagsabgeordneten BVerfG, 2 BvE 1/06: http://www.bverfg.de/entscheidungen/es20070704_2bve000106.html:

Das Volk hat Anspruch darauf zu wissen, von wem – und in welcher Größenordnung - seine Vertreter Geld oder geldwerte Leistungen entgegennehmen." (Randnummer 274)

Christoph Sobotta: Freedom of Information in European Union Law: http://user.uni-frankfurt.de/~sobotta/FOI_European_Union.htm

Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: Informationsfreiheit und faires Verfahren: Individualbeschwerde Nr.. 41126/05

Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: Veröffentlichung von Nebentätigkeiten: Beschwerde 31583/07

 

Tabellarische Übersichten: Menschenrecht Informationsfreiheit (Einschließlich des Zugangs zu Dokumenten der öffentlichen Verwaltung) im Bundesgesetzblatt (BGBl.)

Europarat zur Informationsfreiheit:

Organisation Name mit Link Über-
setzung
Europarat, 4.11.1950 Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte (BGBl. 1952 Teil II S. 685): Artikel 10: Meinungsfreiheit und Informationsfreiheit English
Parlamentarische Versammlung, 1979 Empfehlung Nr. 854 (1979) der Parlamentarischen Versammlung des Europarates betr. den Zugang der Öffentlichkeit zu Regierungsunterlagen und die Informationsfreiheit: http://home.broadpark.no/~wkeim/files/empf_854_1979.htm English
Europarat, 1981 "Recommendation No. R (81) 19" on the access to information held by public authorities.  
Parlamentarische Versammlung, 1986 Recommendation 1037 (1986). On Data Protection and Freedom of Information  
Europarat, 2002 Empfehlung Rec (2002) 2 des Ministerausschusses an die Mitgliedstaaten
zum Zugang zu amtlichen Dokumenten
: http://www.fr.ch/ofl/de/cst2004/empf_2002_2.pdf
English
Europarat, 2004 Empfehlung Rec(2004)6 über die Verbesserung der innerstaatlichen Rechtsbehelfe: http://www.uni-potsdam.de/u/ls_klein/egmr/minkom/ch/rec2004-6.pdf English
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, 2006 Rechtssache Sdruženi Jihoceské Matky gegen Tschechische Republik, Antrag Nr. 19101/03 vom 10. Juli 2006 English
Europarat, 2006 Arbeit an bindender Konvention. CDDH: Project 2004/DG2/74 “Guaranteeing the right of the public to have access to official documents”: http://home.broadpark.no/~wkeim/files/project_2004dg274.htm. Deutschland sprach sich im Januar 2006 gegen eine bindende Konventon aus. English
Parlamentarische Versammlung, 3 Oktober 2008 Opinion No. 270 (2008)1 Draft Council of Europe convention on access to official documents English
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, 14.4.2009 ECHR Application no. 37374/05 by TÁRSASÁG A SZABADSÁGJOGOKÉRT against Hungary: http://home.broadpark.no/~wkeim/files/echr-CASE_OF_TARSASAG_v._HUNGARY.html English
Europarat, 27.11.08 Konvention des Europarats über den Zugang zu amtlichen Dokumenten (verabschiedet vom Ministerkomitee am 27. November 2008) English

 

Vereinte Nationen (UN) und UNECE zur Informationsfreiheit:

Organisation Name mit Link Über-
setzung
Generalversammlung, 10.12. 1948 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: Artikel 19: ...Freiheit ... "Informationen (...) zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten." English
Vereinte Nationen, 1966 Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. (BGBl. 1973 II S. 1534) Artikel 19: Freiheit ... "Informationen (...) sich zu beschaffen, zu empfangen und weiterzugeben." English
Europa UNECE, 1998 United Nations Economic Commission for Europe: Umweltschutz: Die Aarhus Konvention: http://www.unece.org/env/pp/acig.htm English
COMMISSION ON HUMAN RIGHTS, 1998 E/CN.4/1998/40, 28 January 1998: Promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression Report of the Special Rapporteur, Mr. Abid Hussain, submitted pursuant to Commission on Human Rights resolution 1997/26: III A  
COMMISSION ON HUMAN RIGHTS, 2000 E/CN.4/2000/63, 18 January 2000: Report of the Special Rapporteur on the promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression, Mr. Abid Hussain, submitted in accordance with Commission resolution 1999/36: III B  
UN Special Rapporteur, 2004 6. Dezember 2004: Gemeinsame Erklärung der drei Sonderbeauftragten für den Schutz der Meinungsfreiheit ­ der UN-Sonderberichterstatter für freie Meinungsäußerung, der OSZE-Vertreter für Medienfreiheit und der OAS-Sonderberichterstatter für freie Meinungsäußerung: Zugang zu Informationen der Behörden ist ein fundamentales Menschenrecht English

 

 

 

 

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Anlage: Süddeutschland und Niedersachsen sind das Schlusslicht bezüglich der Informationsfreiheit in Europa. Bild unten: Dunkelgrün: Informationsfreiheitsgesetz beschlossen. Hellgrün: Informationsfreiheit nur in Verfassung. Gelb: Gesetz in Vorbereitung. Access to Information Law = Informationsfreiheitsgesetz.

 

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